Oasis

Eintrag #12

Nur ein kleiner Spaziergang

Um der schwindenden Energie Herr zu werden setzte Rotlick das U-boot in der Nähe einer kleinen Felsformation auf Grund und machte sich daran in einer Tiefe von 11.000 Metern auszusteigen und das Notwendigste zu reparieren. Der gegen den Tiefendruck unempfindliche Oro`ym lies also die früheren Raumfahrer mit ihrer komprimierten Langeweile zurück, schnappte sich sein Schweißgerät und flickte notdürftig die äußere Hülle des Gefährts.

Angetrieben durch ihre innere Unruhe, ihre Neugier und ihrer Unerfahrenheit machten sich allerdings auch Crunk, Jola, Eric und Devan daran das Schiff zu verlassen und die Überreste eines alten, zum größten Teil im Sedimentschlick versunkenen, Schiffswracks zu untersuchen. Also zwängten sie sich in die Druckanzüge und machten sich zu Fuß auf den Weg durch die trübe und dunkle See.

Devan, der in allem und jeden wieder einmal einen Dämon oder eine dunkle Präsenz fühlte, geriet immer mehr in Unruhe als sie sich gemeinsam den Brückenaufbauten näherten und nur noch mit viel Mühe die Positionslichter von Rotlicks Schiff erkennen konnten. Etwas Dunkles und Böses würde das Innere des Wracks bewohnen orakelte er und schürte damit anscheinend nur noch zusätzlich das Interesse der anderen. Das Innere des Schiffes stellte sich dann nach einer kurzen Kletterpartie hinauf in das Ruderhaus wahrlich als dunkel heraus. Verlassen und leer wenn man von wenigen Fischen absah lag der gigantische Raum mit den lichtlosen Computerkonsolen vor ihnen. Und noch während Eric die ersten von Salzwasser und Druck beschädigten Kabel und Aparate aus der Brücke zu reißen verspürte Devan einen erneuten Anflug von „Das Böse lauert in unserer Nähe“.

Nach einer kurzen Bestandsaufnahme des Ruderhauses konnten allerdings auch die panischen und flehentlichen Blicke Devans die anderen drei nicht davon abhalten sich zumindest bis in die Kapitänskajüte, ein Deck unter ihnen, zu wagen. Also wurden die großen Schotts ins Innere geöffnet um sich durch die gefluteten Gänge zu bewegen. Devan verfiel beinahe in eine Panikstarre als er dann kurz nach dem Verlassen des Ruderhauses im Sediment, welches das Innere des Schiffes wie eine dicke Staubschicht bedeckte, einen frischen Stiefelabdruck erkennen konnte. Eine deutliche Fußspur führte in den schmalen Sicherungsschacht der hinter dem Ruderhaus her verlief und aus dem zahlreiche Kabel hervor hingen, die angesichts des Sinkens des Schiffes damals wohl nicht sauber an ihrem Platz bleiben wollten.

Nachdem Jola, Eric und Crunk dann in diesem schmalen Gang und in ihren sperrigen Anzügen sich mit einem zombieartigen Wesen ein Gefecht geliefert hatten wurden Devans Warnungen wieder mehr Gewicht verliehen und die weitere Reise in das Innere des Schiffes wurde um einiges bedrückender. Aufgewirbeltes Sediment verhinderte die Sicht, verschlossene Türen verhinderten das Durchkommen und mysteriöse Schatten die in die Leiber von schon vor langer Zeit verstorbenen Seeleuten gefahren waren und Devan regelrecht in den Wahnsinn trieben, verhinderten eine angenehme Reise durch die schmalen Gänge.

Nach einem letzten Gefecht mit einem gigantischen Klumpen der aus toten Seeleuten zu bestehen schien und in dessen Verlauf Jola sich beinahe zu dieser Menge an Personen gesellt hatte fasste sich die kleine Gruppe ein Herz und verschwand recht zügig wieder aus dem stählernen und halb im Schlick verborgenen Sarg… Allerdings nicht ohne vorher den Tresor aus der Kapitänskajüte zu knacken und ihre Beute an sich zu nehmen… früh übt sich was ein Pirat werden will.

Comments

Jeder Planet hat seine Geister und Dämonen. Aber das bedeutet noch lange nicht das ich sie alle kennen lernen will. Komische Viecher da im Wrack. Bin mal gespannt was der Leichensack da alles im Tresor hatte.

Eintrag #12
Mikeman

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.